Baukultur

Die über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft Stapelholm ist bis zum heutigen Tage geprägt von einer bedeutenden Hauslandschaft. Die ehemals meist landwirtschaftlich genutzten Reetdach-Häuser bestimmen noch heute wesentlich das Erscheinungsbild unserer dörflichen Ortskerne. Die landschaftstypischen Bauernhäuser stiften in ihrer Unverwechselbarkeit Identität in unserer heimatlichen Umgebung und wirken Orientierungslosigkeit und Entfremdung entgegen.

Querdielenhaus
Querdielenhaus
 


In der Landschaft Stapelholm zwischen den Flüssen Eider, Treene und Sorge sind die wichtigsten Haustypen Schleswig-Holsteins vertreten: Das niedersächsische Fachhallenhaus, das jütische Querdielenhaus und der Haubarg, dessen östlichster Vertreter in Seeth steht. Die historische Hauslandschaft ist ein wertvoller Schatz der Landschaft Stapelholm.

Seit den 1980er Jahren gelang es, mit den Förderprogrammen der Dorferneuerung, der Dorfentwicklung sowie der Ländlichen Struktur- und Entwicklungsanalyse mit erheblichem Mitteleinsatz den Erhalt und die Verbesserung unseres ländlichen Kulturerbes zu fördern. Mit einfachen, aber professionellen Managementstrukturen ist es gelungen, zahlreiche historische Gebäude in den ländlichen Gemeinden vor dem Verfall zu bewahren und neuer Nutzung zuzuführen. Jahrzehntelang konnten Bauherren für Sanierungsmaßnahmen wie Neueindeckung von Reetdächern, Erneuerung von historischen Türen, Fenstern und Fassaden kontinuierlich öffentliche Fördergelder in Anspruch nehmen.

Fachhallenhaus
Fachhallenhaus
 


Der Förderverein hat dazu beigetragen, einige wertvolle Bauernhäuser vor dem Verfall zu bewahren:

  • Haus Medau in Bergenhusen: Aus dem lange leer stehenden Haus wurde ein attraktives Naturschutzzentrum, das Michael-Otto-Institut im NABU.
  • Haus Jöns in Norderstapel: Das vom Verfall bedrohte Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert konnte auf Vereinsinitiative gerettet werden und ist heute als Dorfgemeinschaftshaus ein Schmuckstück von Norderstapel.
  • Haus Stamp in Seeth: Auch hier hat der Förderverein bei der Erhaltung kräftig mitgemischt. Nach einer Nutzung als Frauenwerkhof ist es heute im privaten Besitz.

Der Förderverein hat das Buch Stapelholmer BaukulTour initiiert, das mit informativem Text und zahlreichen Fotos einen Rundweg zu wichtigen Baudenkmälern beschreibt, in die Baugeschichte einführt und einen Blick in die Kulturgeschichte der Landschaft gewährt.

Die staatlichen Förderprogramme sind seit kurzem ausgelaufen. Damit ist erneut die wertvolle Bausubstanz in unserem ländlichen Raum erheblich bedroht, mit allen negativen Folgen für die Ortsbilder, die Lebensqualität und die Attraktivität für den Tourismus.

Vor diesem Hintergrund hat der Arbeitskreis Baupflege und Regionalentwicklung im Förderverein gemeinsam mit Mitstreitern aus Eiderstedt das Projekt “Erhaltung der Baukultur in den Landschaften Eiderstedt und Stapelholm“ angestoßen.

Haubarg
Haubarg